Auf der Jagd mit Georg Reitsberger

Auf der Pirsch waren die Teilnehmer des heurigen Neujahrsempfang, der unter dem Motto „Jagd“ stand. Wie immer waren zahlreiche Gäste der Einladung des ersten Bürgermeisters gefolgt. In seiner Rede verglich Reitsberger die Geschichte mit der Gegenwart, inklusive einiger Anektoden. Zudem wurden einige Personen für ihren Einsatz ausgezeichnet.

„Nun steh ich hier und kann nicht anders“, begann Bürgermeister Reitsberger seine Rede. Kein gutes Bild hatte man von unserer Gemeinde vor gut 200 Jahren, wenn es nach einem Generallandesdirektionsrat gegangen wäre: „Die Menschen hier sind klein, […] verkrüppelt, statt Kühnheit herrscht […] Blödigkeit unter ihnen“. Heute seien wir eine Gemeinde der Besserverdienenden, eine „Akademikergemeinde, eine attraktive Vorstadtgemeinde im Speckgürten von München“, so Reitsberger.

Georg Reitsberger bei seiner Rede

Auch die schwierige Situation der Schüler war Thema der Rede: Früher mussten Baldhamer Schüler bei Wind und Wetter nach Ottendichl laufen, Schulbrote froren ein. Heute würden Kinder in die maroden Schulen, die Reitsberger als „wahre Paläste“ betitelte, vorsorglich mit dem PKW gefahren. Nach einem historischen Ausflug in die Geschichte des Gastgewerbes sprach Reitsberger die aktuellen Probleme der Gemeinde an. Einsparungen im Haushalt seien schwer vorstellbar, weil sie „schmerzlich und abträglich“ für das öffentliche Leben der Gemeinde seien. Pflichtaufgaben der Gemeinde hätten zwar Vorrang, „aber freiwillige Leistungen für sportliche, soziale und kulturelle Zwecke fördern das gemeindliche Zusammenleben“. Zum Abschluss seiner Rede bedankte sich Reitsberger bei allen Ehrenamtlichen für ihren Einsatz.

Die gesamte Rede:

Geehrt wurden wie jedes Jahr freiwillige Feuerwehrler für ihren aktiven Dienst: Josef Möstl, der seit 40 Jahren bei der Feuerwehr Parsdorf-Hergolding aktiv ist und nicht anwesend sein konnte, wurde mit der silbernen Ehrennadel der Gemeinde ausgezeichnet. Ebenfalls von der Feuerwehr Parsdorf-Hergolding für 25 Jahre aktiven Dienst wurden Thomas Hetzel, Andreas Rauch sowie Ulrich Schwaiger ausgezeichnet. Sie erhielten einen Wappenkrug.

Für ihren Einsatz wurden einige Personen gesondert geehrt:

Insgesamt 21 Personen der Weißenfelder Kinderbühne erhielten Glücksklee.

Gabriele Dürmeier erhielt einen Blumenstrauß für ihren großen Einsatz in der Mittagsbetreuung.

Einen besonderen Preis, „Ein Stück Heimat“ erhielten drei Personen: Geschaffen wurde er von Steffen Schuster, einem Baldhamer Künstler. Der Preis ist eine individuell gestaltete Ehrengabe der Gemeinde. Mit ihr werden Personen ausgezeichnet, die in besonderer Weise durch ihr Wirken und ihren Einsatz der Gemeinde Vaterstetten Ansehen und Wertschätzung verschafft haben. Der Preis gestaltet sich aus einem Seeblatt mit stilisiertem Weg und ist montiert auf einem Würfel aus Nagelfluh.

Erster Preisträger ist Dr. Claus Ortner, in dessen Namen man das t durch ein d ersetzen könne, so Reitsberger. Er bezeichne Ordner als „Großhirn der Gemeinde“. Ortner leiste „fachlich fundierte Beiträge“, die eine echte Bereicherung für die Gemeinde seien. Beispielhaft trägt Ortner zum positiven Erscheinungsbild der Gemeinde bei.

Einen weiteren Preis erhielt Peter Linner, der sich bei den Altschützen sowie für die Feuerwehr einsetzte. Ihm ist das Feuerwehrgerätehaus im Zuge des Rathausneubaus zu verdanken.

An den im Oktober verstorbenen Walter Rzepka wurde der dritte Preis verliehen. Er sei ein „belesener Kenner der Ortsgeschichte“ gewesen. Seine Arbeiten seien ein wertvoller Grundstock des heutigen Gemeindearchivs.

Unterhalten wurde das Publikum von den Ammerthalern und Jagdhornbläsern. Musikeinlagen gab es von jungen Talenten aus der Gemeinde: Theresa Ströbele und Yutaka Nishimura spielten Stücke von Franz Anton Hoffmeister und Robert Schumann auf Klarinette und Klavier und ernteten hierfür großen Applaus.

 

 

Nicht nur Vaterstettener Künstler traten auf: Die deutsch-kroatische Freundschaft wurde mit Blaž Ševo aus unserer Partnerstadt Trogir zelebriert. Er sang erst ein kroatisches Lied und spielte dann mit der Vaterstettener Jugendvertreterin Alicia Baier am Hackbrett die Titelmusik aus James Bond.

Im Vergleich zu den Vorjahren wurde das Programm gekürzt. Dadurch sowie durch die abwechslungsreichen Musikeinlagen war die Veranstaltung sehr kurzweilig.

 

Alle Fotos: Thibault Krause, VaterstettenFM

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