Ein Hochwasseraudit für die Gemeinde?

Die Hochwasserbeständigkeit in der Gemeinde soll auf Herz und Nieren geprüft werden – für 16.000 Euro. So wollte es zumindest Gemeinderatsmitglied Manfred Schmidt (FBU/AfD). Sein Antrag wurde heute im Gemeinderat abgelehnt.

Schmidt forderte, einen staatlich geförderten Hochwasseraudit im Gemeindebereich durchzuführen. Grundlage dafür ist eine mögliche Förderung, sodass die Gemeinde von den rund 16.000 Euro zahlen müsse. Der Audit sei eine Daseinsfürsorge. Schmidt führte aus, dass die Vorzüge der Schotterebene nicht für das Abwassersystem bei unvorhergesehenem Starkregen standhalte. Es drohe die Gefahr von Sach- und Personenschäden. Dass es im gesamten Gemeindegebiet kein fließendes Gewässer gäbe, sei kein Grund gegen einen Audit und somit zu einer „unverantwortlichen Sorglosigkeit“, so Schmidt.

Bürgermeister Reitsberger (FW) hielt an seinem Lob für die Schotterebene fest. Auch er sieht die Hochwasserthematik in bebauten Gebieten problematisch und betont, dass in dieser Hinsicht eine Aufmerksamkeit erforderlich sei. Im Gebiet Vaterstetten Nordost sei dies zum Beispiel durch höhere Mauern der Flachdächer der Fall. Bei Starkregen sammle sich Wasser auf den Flachdächern.

Die Landschaftsarchitektin und Gemeinderätin Maria Wirnitzer (SPD) betonte, dass es keine Fließgewässer im Gemeindegebiet gibt. Man habe jedoch schon reagiert, etwa in der kürzlich beschlossenen Freiflächengestaltungssatzung. Versickerungsfähiges Pflaster sorgt für einen Wasserabfluss in Zufahrten, Dachbegrünung sorge für einen langsameren Abfluss des Wassers und eine Verdunstung. „Konkrete Maßnahmen sind wichtig“, so Wirnitzer, wie sie  an zwei Punkten aufführte: Man müsse verstärkt darauf achten, dass private Flächen entwässert werden und die Einhaltung der Richtlinien kontrollieren. Sickerschächte müssten gereinigt werden, um einen Abfluss zu gewährleisten. Ihr Fraktionskollege und -vorsitzender Josef Mittermeier stimmte zu. Der Audit sei lediglich eine Feststellung der Schwachstellen, man brauche jedoch die Folgemaßnahmen.

Schmidt bezeichnete die Diskussion unterdies als „rührend“. Seiner Meinung nach wurde Versucht, seinen Antrag am Durchkommen zu hindern. Missionieren wolle er nicht.

Zum Abschluss der Diskussion meldete sich Leonhard Spitzauer (CSU), Kommandant der Feuerwehr Parsdorf-Herolding mit einer Art „Praxis-Audit“ – komplett ohne Gebühren – zu Wort: Ab 80 Litern pro Quadratmeter werde es kritisch, dann sei die Ausrückerfordernis der Feuerwehr wahrscheinlich. Diese kenne die kritischen Stellen im Gemeindegebiet.

Die große Mehrheit des Gremiums lehnte den Antrag ab, lediglich Wolfgang Schermann (FW) sowie Karl Köstler und Schmidt (beide FBU/AfD) selbst stimmten für diesen.

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