Von Kreischern, Infraschall und Verspargelung

Aufgeheizt war am Donnerstag nicht nur die Luft im Sitzungssaal: Die SPD beantragte, bis zu fünf Windräder im Gemeindegebiet errichten zu lassen, vorzugsweise an der Autobahn. Aus dem Antrag wurde eine hitzige Debatte rund ums Klima.

Erst kürzlich schloss sich die Gemeinde der sogenannten „Klimaschutzregion“ an. Nun müsse man auch handeln, so Sapp Mittermeier (SPD) bei der Begründung des Antrags. Die Gemeinde solle beabsichtigen, bis zu fünf Windkraftanlagen auf ihrem Gebiet errichten zu lassen – vorzugsweise an Autobahnen. Dies soll von Investoren geschehen.

Von CSU und Freien Wählern folgte ein Gegenantrag, den der Bürgermeisterkandidat Leo Spitzauer (CSU) vorstellte: „wir beantragen nicht das Gegenteil von euch“. Die Zahl drei bis fünf Windräder seien „aus dem Blauen heraus“ gefordert. Man müsse landkreisweit denken. Man befürworte die Fortsetzung einer gesamten Konzentrationsflächenplanung im Landkreis. Man wolle die „Verspargelung etwas reduzieren“. Dass die Gemeinde Pachtgespräche führen solle, geht Spitzauer zu weit.

Die „drei bis fünf Windräder haben wir uns nicht aus den Fingern gesogen“ entgegnete Mittermeier. Diese Größnordnung sein im Gemeindegebiet möglich, man müsse endlich in die Pötte kommen. Dem stimmte auch Friederike Michael (Grüne) zu: Windenergie sei ein wichtiger Schritt „wenn wir unsere Klimaziele ernst nehmen“.

Auf das Thema „Infraschall“ kam Manfred Schmidt (FBU/AfD) zu sprechen. Er betonte, Windräder würden tausende Tiere töten. Die 10H-Regel müsse in jedem Falle eingehalten werden. Emotional entgegnete die SPD-Gemeinderätin Eva Hemauer daraufhin, Schmidts Argumente seien „tausendfach widerlegt“. „Die wenigen Kreischer“ bekämen die meiste Aufmerksamkeit, hierbei werden die „haarsträubensten Szenarien“ gebracht, die laut Hemauer “reine Panikmache“ seien. Man müsse der Mehrheit in der Gemeinde klar signalisieren, dass man bereit ist, was umzusetzen.

„Eine schwierige Entscheidung“ nannte Renate Will (FDP) die Abstimmung am Donnerstag. Dass die Energiewende in Frage gestellt werde, dürfe gar nicht mehr im Raum sein. Obwohl sie den Standort nahe der Autobahn begrüße, findet sie die Festlegung auf bis zu fünf Windräder zu konkret.

Michael Niebler (CSU) merkte an, wenn die Gemeinde etwas fürs Klima tue, dann nicht für die eigenen Bürger. „Wir reden hier über ein weltweites Problem“. Wenn er lese, dass Indien und China zahlreiche Kohlekraftwerke betreiben, sei es fraglich, ob Steuergeld hier gut investiert wäre. Für ihn solle Windkraft mindestens auf der Landkreisebene behandelt werden. Er warnte davor, der Windkraft kritisch gegenüberstehende Bürger grundsätzlich als „Kreischer“ zu verurteilen.

Für den Antrag der SPD stimmten am Ende Grüne und SPD. Der Gegenantrag von CSU und FW wurde mit Gegenstimmen von Grünen und SPD angenommen. Anstelle der Beabsichtigung, in den nächsten Jahren drei bis fünf Windräder im Gemeindegebiet zu errichten wird nun also die Fortsetzung der gemeinsamen Konzentrationsflächenplanung im Landkreis befürwortet.

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