„Wir brauchen eine Pause in Vaterstetten“

Wenig überraschend wurde die Bürgermeisterkandidatur von Maria Wirnitzer am gestigen Dienstag nun auch offiziell von den Mitgliedern des SPD-Ortsvereins besiegelt. Wirnitzer nutzte die Mitgliederversammlung, um ihre Ziele vorzustellen. Ihr Ziel: der Einzug in die Stichwahl.

Maria Wirnitzer ist selbstständige Landschaftsarchitektin und lebt mit ihrer Familie seit 25 Jahren in Baldham. Sie engagiert sich ehrenamtlich, u.a. im Bund Naturschutz, dem Gartenbauverein, der Agenda 21 und im Vorstand des Wasserverbandes Baldham. Seit 2008 ist sie SPD-Mitglied und seit langer Zeit im Vorstand des Ortsvereins. Für die Partei sitzt sie seit 2014 im Gemeinderat, wo sie insgesamt sieben Anträge eingereicht hat.

Drei dieser Anträge stellte die Kandidatin besonders heraus: Den Bürgerpark, die Freiflächengestaltungssatzung sowie der Antrag für die Fahrradstraße. In ihrer Rede forderte sie, keine neuen Baugebiete auszuweisen. „Wir brauchen eine Pause in Vaterstetten“, so die 56-jährige. Ihr bereiten vor allem die Folgekosten des Bevölkerungszuwachses Sorgen. Die Entwicklung Vaterstettens solle nicht in der Hand von Investoren liegen.

Ein weiteres wichtiges Thema ist für Wirnitzer der Klimaschutz. „Wir müssen lokal handeln“. Es gäbe bereits zahlreiche Initiativen, doch habe die Gemeinde ein Umsetzungsproblem. „Ein ganz klares Bekenntnis“ zur Geothermie habe Wirnitzer. Zudem sei die Energiewende nicht durch Freiland-Photovoltaikanlagen und die Windkraft bewältigbar. Ein weiteres Anliegen sei die Herbeiführung einer Mobilitätswende. Durch ein Wegekonzept, Fahrradstreifen und Parkmöglichkeiten sollen die Bürger zum Umstieg auf das Fahrrad bewegt werden. Auch den ÖPNV will Wirnitzer stärken: Längere Betriebszeiten für Busse, auch am Wochenende, seien wünschenswert. Dabei gehe es nicht nur um die Erreichbarkeit der Dörfer, sondern auch den Verkehr innerhalb des Kerngebietes.

In Sachen Familienpolitik kritisierte die Sozialdemokratin die neue Schule: bereits vor der Fertigstellung sei diese zu klein, weshalb ein Hortgebäude gebaut werden müsse. Kinderbetreuung solle wohnungsnah stattfinden, Kindertagesstätten sollten daher ausgewogen verteilt werden.

Kritisch wurde auch das neue Gewerbegebiet angesprochen: Man sei zwar keinesfalls gegen die Ansiedlung von Gewerbe. Die Ansiedlung von KraussMaffei könne für das Gewerbesteueraufkommen lukrativ sein, „aber die des Logistikunternehmens [BMW, a.d.R.] ist es sicher nicht. Ich bin dagegen, dass unsere Landschaft geprägt wird von riesigen Logistikhallen“, so die Bürgermeisterkandidatin. Lieber solle man kleine und mittlere Betriebe ansiedeln. Einen Seitenhieb teilte Wirnitzer in dieser Hinsicht gegenüber des Wirtschaftsförderers Georg Kast aus.

Zum Abschluss ihrer Rede betonte sie, eine „Bürgermeisterin für alle“ sein zu wollen und erhielt viel Applaus von den anwesenden Mitgliedern. Ihr Ziel seien möglichst viele Gemeinderatssitze für ihre Partei sowie der Einzug in die Stichwahl. Diese war bei der SPD-Versammlung nicht nötig: alle 25 anwesenden Ortsvereinsmitglieder unterstützten Wirnitzer mit ihrer Stimme. Somit ist ihre Kandatur jetzt auch formell bestätigt.„Maria macht’s“ schallte es durch den Raum.

Am Donnerstag entscheidet sich, wer als fünfter Kandidat ins Rennen gehen wird: Die FDP-Mitglieder werden sich zwischen Petra Rawe und Klaus Willenberg entscheiden.

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