Zeiten des TSV gestrichen – Eltern starten Petition

Im April ist es so weit: Das neue Schwimmbad der Gemeinde öffnet endlich – mit Verzögerung – seine Pforten. Doch obwohl es künftig eine Bahn mehr als bislang geben wird, sorgt die Neueröffnung für Unmut bei zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern: Dem TSV wurden Belegzeiten gekürzt.

Unseren Audiobeitrag zum Thema können Sie hier oder in unserem Podcast hören.

Insgesamt 5 Stunden Zeit im Wasser stehen dem TSV nach dem Umzug weniger zur Verfügung. 150 Kinder sind betroffen, sie können ihre Kurse nicht mehr durchführen.  Die Nachfrage ist bereits jetzt deutlich größer als das Platzangebot in der Schwimmbateilung: Für einen Anfängerkurs muss man zwei Jahre warten. Für die Personen auf der Warteliste ist es jetzt noch unwahrscheinlicher, einen Platz zu bekommen. Neun Gruppen sind von der Streichung der Wasserzeiten betroffen, darunter viele Anfängerkurse. Vor allem betroffen sind Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren. Die geplante Streichung löst bei der Mutter Sandra Spöttl Unmut aus. Sie ist persönlich betroffen, ihrem Sohn wurde der Aufbaukurs gestrichen.

Hinnehmen möchte sie dies nicht und hat zusammen mit weiteren Eltern eine Bürgerinitiative gegründet und am Donnerstag eine Petition an die Gemeinde ins Leben gerufen. Binnen eines Tages kamen 500 Unterschriften zusammen, was die Mutter wenig überraschte. In den Umkleidehallen habe es einen großen Aufschrei gegeben. „Man muss was machen“, berichtet uns die Sprecherin der Initiative im VaterstettenFM-Interview. Die Petition zeige, wie dringlich das Thema ist.

Einen Konflikt mit den anderen Belegern möchte Sandra Spöttl nicht auslösen. Darunter zählt zum Beispiel die VHS, die Kurse im Schwimmbad anbietet. Auch privaten Schwimmschulen wurden Zeiten zugeteilt. Viel mehr stört die Eltern die fehlende Diskussion um Alternativen: „was uns einfach grandios enttäuscht hat ist, […] dass das nirgendwo diskutiert wurde, sondern einfach gestrichen wurde, auf unsere Kosten“, erzählt uns Sandra Spöttl. Man hätte auch Alternativen finden können.

Die Petition wurde aus der Elternschaft heraus gestartet. Karin Seyfert, Pressesprecherin der Schwimmabteilung des TSV freut sich über das Engagement. Sie ist der Auffassung, ie jahrelange ehrenamtliche Tätigkeit des Vereins werde von der Gemeinde nicht geschätzt.

Nicht nur die Anfänger sind betroffen:  Künftig stehen den Leistungsschwimmern nur noch 2 statt wie bislang 4 Bahnen zur Nutzung zur Verfügung. Ein großes Problem, wie Karin Seyfert findet: „da muss man ganz ehrlich sein, dass so ein sinnvoller Leistungssport schlecht möglich ist. Und das, obwohl der TSV sowieso schon weniger trainiert als andere Schwimmvereine in München“.

Auch seitens des TSV zeigt man sich gesprächsbereit – und hofft auf Besserung. „Ich finde, es ist nicht einzusehen, dass die Gemeinde ein neues Schwimmbad baut, mit den Steuergeldern der Bürger und dann gerade den Familien Zeiten kürzt“, so die Sprecherin. Kinder, den Bürgern von Morgen, die Chance zu nehmen, ihren Sport auszuüben, sei „nicht akzeptabel“.

In der Gemeinderatssitzung am Donnerstag wollte die Gemeinderätin Bianca Dusi-Färber (FW) von der Gemeindeverwaltung wissen, warum die Zeiten gekürzt wurden. Die Antwort: Man möchte allen Teilen der Bevölkerung die Chance geben, das Schwimmbad zu nutzen. Darunter fiele auch die Vergabe von Belegzeiten an kommerziell tätige Schwimmschulen.

Das Quorum von knapp 500 Gemeindebürgern sollte die Petition erreichen, dann wird das Thema im entsprechenden Gremium diskutiert.

Zur Petition: https://www.openpetition.de/petition/online/buergerinitiative-lasst-die-kinder-nicht-untergehen#petition-main

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