Zwei Tafel-Damen nehmen Abschied

 Sie waren Frauen der ersten Stunde in der Tafel Vaterstetten: Baronin Heide Fleissner von Zastrow und Gudrun Sardelli. Jetzt haben sie sich von dort verabschiedet. 

Baronin Heide Fleissner von Zastrow und Franz Pfluger Foto: NBH

Mit Abschieds-Orchidee: Gudrun Sardelli Foto: NBH

Viele Jahre ehrenamtliches Engagement für Bedürftige in der Gemeinde Vaterstetten liegen damit hinter ihnen. „Eine lange Zeit, für die wir uns als Nachbarschaftshilfe Vaterstetten von ganzem Herzen bedanken“, sagte NBH-Vorstand Franz Pfluger anlässlich der offiziellen Verabschiedung. „Wie alle auch noch aktiven Helfer*innen haben sie meinen hohen Respekt. Ohne Sie würde nichts vorangehen.“ 

Dabei beginnt die Historie der Tafel Vaterstetten ohne Zweifel mit der Baronin: Als engagierte Baldhamer Bürgerin mit italienischen Wurzeln konnte die Baronin es seinerzeit nicht mit ansehen, dass „so viele wertvolle Lebensmittel von den Geschäften weggeworfen wurden. Welch eine Verschwendung!“, wie sie es schildert. „Das war im Jahr 1999. Ich wusste, dass es auch in Vaterstetten und Baldham bedürftige Menschen gibt. Also bin ich zu den Supermärkten gegangen und habe sie um Lebensmittel gebeten. Die habe ich anfangs noch selbst im Auto zu meinen „Schäfchen“ transportiert.“ 

Der logistische Aufwand wurde immer größer. Die Baronin suchte bald einen Träger, dem sie die Aufgabe übergeben konnte. Sie fand ihn in der Nachbarschaftshilfe Vaterstetten (NBH). Im Februar 2002 wurde die jetzige Tafel Vaterstetten aktiv. Kurz darauf dort auch Gudrun Sardelli. „Ich erinnere mich noch gut an die Anfänge in einem Raum auf dem Reitsberger-Hof“, erzählt Sardelli. „Damals haben wir 17 Familien versorgt. Jetzt ist es ein Vielfaches mehr: mehr Ware, mehr Tafelkunden.“ Die Ausgabe im Tafelladen jeden Donnerstag ist körperlich anstrengend, fordert den Helferinnen einiges ab. „Ich höre aus gesundheitlichen Gründen auf – nach langem Überlegen“, erläutert Sardelli. Sie freut sich jetzt auf ausgedehnte Spaziergänge mit ihrem Gasthund. Den betreut sie, wenn die Hundehalter auf Reisen sind – und leistet damit wieder eine kleine, bewundernswerte Nachbarschaftshilfe. 

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