Krumker Fluch gebrochen

Vergangenes Wochenende war nun auch für die Senioren des Voltigiervereins Ingelsberg der allesentscheidende Wettkampf gekommen. Beim CVI*** in Krumke Sachsen-Anhalt sollten die begehrten Tickets für die Weltmeisterschaft der Voltigierer vergeben werden- wieder einmal. In den letzten 3 Jahren hatten die Ingelsberger die Quali immer um einen Wimpernschlag verpasst – nah dran war einfach nicht genug.

Nun war es soweit , nach drei mehr als spannenden Umläufen entschied die Mannschaft von Alexander Hartl erst im letzten Kürumlauf den Wettbewerb für sich und gewinnt mit insgesamt 0,004 Punkten vor einer starken Kölner Mannschaft das SichtungsTunier in Krumke. „Wir können es noch gar nicht fassen“, meint Florian Lohrmann, der erstmals an einem Championat am Start sein wird. Am Freitag noch, war das Team mit ihrer Pflichtleistung zwar zufrieden, jedoch noch nicht am Limit angekommen. Zu diesem Zeitpunkt vielleicht normal, jedoch nicht gut genug, um vor den Rheinländern zu liegen. Die 5 Mädels und Florian vom Team Ingelsberg lagen 0,2 Punkte hinter dem stark männlich besetzten Team aus Köln. Bereits in der ersten Pflichtübung-dem Aufgang konnten die Mädels den 4  Jungs nicht bestehen. Durch gute Noten in den Beweglichkeitsübungen gleicht es sich ein wenig aus, jedoch war klar es musste in den Küren ordentlich nachgelegt werden.

Das Motto „Vollgas“  wurde ausgegeben, so Trainer Hartl, welcher Vereinspferd Lazio gekonnt durch alle drei Umläufe steuerte, dreimal die Bestnote longierte und so wichtige Punkte beisteuerte. Dies gelang dem  gewohnt kürstarken Ingelsbergern  bereits am Samstag. Mit einer sehr souveränen, wenn auch noch nicht ganz perfekten Kür überzeugte das Team auf Lazio und erlangte den umkämpften Tagessieg. Sie verringerten den Abstand deutlich, jedoch noch lag Köln um 0,035 Punkte vorne.
„Nur nicht aufgeben – wir schaffen das !“, spornte sich die Mannschaft selbst an.
Nachdem in umgekehrter Reihenfolge gestartet wurde, mussten zunächst die Ingelsberger ran. Spannung pur, aber die Nerven wurden behalten. Eine sehr harmonische, perfekt auf die Musik abgestimmte  Kür gelang. Kleinere Schönheitsfehler, welche aber dem Druck geschuldet sind- so Katharina Burgmayr, waren kaum zu erkennen, insgesamt eine ausgeprochen starke Leistung, die mit 8,795 Punkten und dem 2.  Tagessieg belohnt wurde.  Und es reichte auch in der Gesamtwertung – mit hauchdünnen 0,004 Punkten Abstand entschieden das Team Ingelsberg 1 den, wie von ihnen im nachhinein betitelten,  „fairen Wettkampf“, für sich. Der Fluch von Krumke war gebrochen und die Freudentränen nach der Bekanntgabe der Nominierung nicht mehr zu halten. „Wir sind völlig überwältigt“, meinte Sophia Stangl, das können wir erst in den nächsten Tagen fassen.
Regina Burgmayr durfte ebenfalls im Einzel um die Tickets nach Le Mans mitspielen. Gut vorbereitet, startete sie auf Adlon gekonnt in der Pflicht und sicherte sich in der Pflicht einen starken zweiten Platz. Mit ihr kämpften noch fünf weitere Damen, welche sich zunächst bis auf eine hinter ihr einreihten. Dann kam jedoch der Techniktag, eigentlich eine weitere Paradedisziplin von Burgmayr, ganz anders. Der stets souveräne Adlon, ebenfalls an der Longe von Hartl, hatte so könnte man es betiteln einen schlechten Tag und scheute vor der Musik-ausgerechnet in einem Pflichttechnikelement. „Da bleibt nicht mehr viel übrig“, so Regina, der zwar der Frust anzusehen war, jedoch diesen bis zum Gruppenstart bewältigte. Wahrscheinlich gab auch dieser ihr die  nötige Kraft und Souveränität für den letzten Einzelumlauf zurück. „Natürlich war ihr die Anspannung anzumerken, schließlich geht es auch für sie um WM Tickets“, erklärte uns Trainer Hartl. Nachdem ihr aber das neue Programm „Kleopatra“ sichtlich steht, glaubten alle um sie herum an sie und der Umlauf lief wie von vielen erwartet gut und souverän durch. Tolle Noten entstanden, jedoch musste sich Adlon mit niedrigeren Noten zufrieden geben, was Regina keinen Sprung mehr nach vorne schaffen ließ. Schlussendlich ein enttäuschender 7.Platz und wahrscheinlich das Aus im Rennen um die Karten für die WM. Diese Entscheidung  fällt der verantwortliche Beirat aber erst in den nächsten Tagen. „Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber ich denke, meine volle Konzentration sollte nun auf der Gruppe liegen“, meinte die Akrobatin aus Ingelsberg ein wenig enttäuscht, denn hatte sie bereits gute Vorergebnisse eingefahren.
Nach einer kurzen Verschnaufpause wird es für das Team Ingelsberg 1 mit Vollgas und Motivation ins Trainingslager für die Weltmeisterschaft im August in Le Mans in Frankreich  gehen – denn erwartet wird von der Bundestrainerin Ulla Ramge die Goldmedaille. Zu rechnen ist auf Wunsch von Ramge auch mit einer Einwechslung von Europameister und Teammitglied in 2015 Jannis Drewell aus Steinhagen/Westfalen , der das Team bereits in Krumke vom Zirkelrand aus nach Kräften unterstütze.

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