Einheimischenwohnen: Richtlinienänderung

Bis Juni werden noch Bewerbungen für das Einheimischenwohnen entgegengenommen. Ursprünglich als günstiges Wohnland für Gemeindebürger gedacht wird es nun noch schwerer, an ein ohnehin schon teures Grundstück zu kommen. Grund dafür sind Auflagen der EU.

Die Richtlinie aus Brrüssel sieht vor, dass der Wohnort der Bwerber nur noch zu maximal 50% in die Punktevergabe einfließen darf. Konkret heißt das, dass sich die Punktekriterien verändern. Maximal sind nun 100 Punkte im Bereich Ortsansässigkeit erzielbar. Für jedes Jahr der Gemeindezugehörigkeit oder wahlweise ein Ausbildungs- oder Beschäftigungsverhältnis im Gemeindegebiet werden 15 Punkte gewährt, maximal sind 75 Punkte erreichbar. 25 weitere Punkte gibt es für die Ausübung eines Ehrenamts.

Schwerer gewichtet wird die familiäre Situation: Wer verheiratet oder in auf Dauer angelegter Partnerschaft lebt oder alleinerziehend ist erhält 15 Punkte. Für jedes Kind bis 12 Jahren gibt es 12 weitere, für jedes Kind im Alter bis 18 Jahren 10 Punkte. Maximal sind bei Kindern 36 Punkten erreichbar. Änderungen gibt es auch beim Einkommen: Die neue Einkommensgrenze liegt bei 45000€ pro Bewerber. Kinderfreibeträge werden hinzugerechnet, allerdings nur bis zu maximal 3 Kindern, um eine Benachteiligung von Einheimischen auszuschließen.

„Das ist doch kein Einheimischenmodell mehr“ kommentierte Renate Will (FDP) die Änderungen. Stefan Ruoff (Grüne) zeigte sich sehr enttäuscht. Die neuen Kriterien seien ziemlich auf das Einkommen getrimmt. Auch Georg Reitsberger zeigte sich von den durch die EU bedingten Änderungen nicht begeistert: „Wir sind uns bewusst, dass es nicht zur allergrößten Zufriedenheit geworden ist“. Allerdings sei die Anpassung nötig.

Man wird zukünftig wohl auf ein Genossenschafsmodell setzen, so zweiter Bürgermeister Martin Wagner (CSU). Günter Lenz (3. Bürgermeister, SPD) stimmte ihm zu.

Noch bis Juni können sich Interessenten melden, die Konkurrenz ist jedoch groß: Bis jetzt gibt es bereits 630 Bewerber für das Einheimischen Wohnen – bei gerade einmal 9 Eigenfumswohnungen, 6 Doppelhäusern und 31 Reihehnhäuser.

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