Verkehrsprobleme? So wird das Gewerbegebiet aussehen

Dass das Gewerbegebiet Parsdorf III kommt, war bereits am Mittwoch klar (wir berichteten über die Hintergründe). Die Kritik der Grünen weist die Gemeinde zurück – viel geringer werde das Verkehrsaufkommen sein, als befürchtet. Am Grunstückstausch verdient die Gemeinde – anders als geplant – nicht mehr.

Zum Kauf des schönsten Acker Bayerns soll Bürgermeister Reitsberger dem belgischen Investor VGP Ende 2013 gratuliert haben. Konkret geht es um das Grundstück, auf das Krauss-Maffei sowie BMW einziehen können. Am Mittwoch hat der Haushaltsausschuss des Landtages einem Flächentausch zugestimmt. „Wir haben sehr viel versprochen und ich verspreche nochmal, dass wir alle Versprechen haben“, so Jan van Geet, CEO des Investors. Zudem sprach er an, das Projekt „fast CO2-neutral“ sei, etwa mittels PV-Anlagen, Dachbegrünung sowie eines effizienten Kühlsystems.

Der „schönste Acker Bayerns“ – hier zieht ab 2020 BMW ein. Foto: Leon Öttl

Auch die beiden Firmen stellten sich vor: BMW betonte, es handle sich um eine sehr „untypische Logistik“. Das „Werk 0“ produziert ca. 1000-2000 Prototypen pro Jahr. Für dieses Werk werde das Logistikzentrum gebaut. Das Verkehrsaufkommen kündigte man als sehr gering an: 25 Sattelschlepper sowie 25-50 Kleinspediteure sollen das Werk täglich anfahren. Georg Kast, Wirtschaftsförderer der Gemeinde ergänze, dass man mit einem Puffer von 350 Autos pro Tag kalkuliert habe.

Den größten Anteil des Krauss-Maffei-Werks soll der Mitarbeiterverkehr stellen – entgegen der Hauptverkehrszeiten. Laut Uta Bartsch, Vertreterin des Maschinenbauers im chinesischem Eigentum gäbe es im Warenverkehr hauptsächlich einen zentralen Warenein- und -ausgang an einem bestimmten Tag pro Woche. Sie betonte die Verbundenheit ihres Unternehmens mit Bayern.

So wird das Gewerbegebiet mal ausschauen. Die Fertigstellung ist für 2026 geplant. Foto: VGP

„Die Verlagerung dieser beiden Firmen nach Parsdorf wird das größte Umzugsprojekt im Großraum München seit der Verlegung des Flughafens“ heißt es in einer Pressemitteilung. Ganz so abrupt – der Flughagen ist 1992 in einer Nacht nach Erding umgezogen – soll es nicht laufen: Bis 2026 soll das Gewerbegebiet fertiggestellt sein. BMW soll 2020 umziehen, Krauss-Maffei ab Mitte 2022, in Phasen. Dass es sich um ein Gewerbegebiet handle war der Leiterin des Bauamts, Brigitte Littke, wichtig. In einer Pressemitteilung des Investors von einem Industriegebiet die Rede.

Nicht mehr beteiligt ist die Gemeinde an der Entwicklungsgesellschaft. Der Grundstückstausch findet nur noch zwischen der VGP-Gruppe sowie dem Freistaat statt. Mit Grundstücksverkäufen hätte die Gemeinde so zusätzliche Einnahmen generieren können – nun bleibt die Gewerbesteuer der Großkonzerne.Die laut Bürgermeister „jahrelange Tortur, die wir auf uns genommen haben“ hat nun ein Ende. Eine begehbare Ausgleichsfläche soll für Bürger geschaffen werden.

Kritik kommt – nach den Landtagsgrünen – nun auch von den Gemeindegrünen. „Einer der Gründe, warum wir das neue Gewerbegebiet ablehnen, ist unsere Überzeugung, dass die Gemeinde Vaterstetten längst an ihre Grenzen gestoßen ist. Ein weiteres Wachsen ist nicht möglich, ohne die Infrastruktur, wie Kitas, Schulen und Sportanlagen gänzlich zu überfordern. In München werden die freiwerdenden Flächen zu neuen Wohngebieten umgewandelt und die Wohnungsnot etwas gelindert. Dafür wird sie in Vaterstetten verstärkt. Diese Entwicklung lehnen wir Vaterstettener Grünen ab“, so der Fraktionssprecher Axel Weingärtner.

Freude über das Gewerbegebiet bei Jan van Geet (VGP), Uta Bartsch (Krauss-Maffei), Georg Reitsberger (Bürgermeister), Gerhard Vitzthum (BMW) sowie Martin Wagner (2. Bürgermeister, v.l.) – Foto: Leon Öttl

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